Kategorie: Natur

  • Ein Spaziergang im Feld …

    … führt einem so Manches vor Augen, bringt zum Nachdenken über Sitten und Gewohnheiten und deren Bedeutung in der heutigen Zeit.

    Dass diese Bildstöcke, von denen es in unserer Gemeinde vier Stück gibt, weiterhin bewahrt und gepflegt werden, ist schön und liebenswert. Diese Bildstöcke zeigen auf ihre Weise die einst in unserer Gegend gelebte Frömmigkeit und stellen eine Verbindung her zwischen dem Einst und dem Jetzt.

    Für mich ist der Erhalt dieser Dinge wichtig und ein Bekenntnis zu Traditionen, auch wenn diese mittlerweile oft nur noch als leere Hülle dienen, da deren Inhalte nicht mehr gelebt werden. Es reicht gerade, um einen Funken Gefühl zu vermitteln, einen Abglanz des Seinerzeitigen.

    Weihnachten hat sich ja auch vom christlichen Fest der Geburt Jesu, wo sich die Menschen als Zeichen der Liebe und des Friedens kleine(!!!) Geschenke gemacht haben, wegentwickelt. Mittlerweile ist es zum Konsum-Anreiz-Jahres-End-Fest verkommen, reine Fassade zumeist, stachelt es eher zur Sünde der Gier an als den Menschen Frieden zu schenken.

    Dass die Bildstöcke im Feld neben ihrem positiven Aspekt jedoch auch deutlich den Verfall der Werte zeigen, verwundert vor all dem nicht. Die rührende Pflege, die ihnen angedeiht steht im krassen Gegensatz zu der Zuwendung, die der … ich will es frömmelnd ausdrücken … ‚wahre Tempel des Herrn‘, die Natur, das Leben in all seinen Formen bis hin zum kleinen Insekt nicht mehr erfahren. Dieselben Menschen, die ein Sträußchen Blumen zum Heiligenbild stellen, spritzen den Tod in ihre Felder und vernichten damit die Grundlage vieler Lebensgemeinschaften in unserer Region. Die Natur wird ärmer, um der heiligen Kuh der heutigen Zeit, dem Geldverdienen, noch mehr Platz einzuräumen. Dumm nur, dass diese Betrachtungsweise kurzsichtig ist, ein solches Verhalten wird binnen Kurzem seine eigenen Grundlagen angreifen. Eine ärmere Natur liefert auch ärmere Ernten…

    Vielleicht sollten wir diese heiligen Stellen öfter aufsuchen und für mehr Verstand in dieser Zeit beten. Wir sollten bald damit anfangen, denn Gottes Mühlen …

     

  • Die „gemeine Glattschnecke“

    … soll heute hier Erwähnung finden. Sie steht für mich als Symbol dafür, wie viele Wesen und Dinge wir übersehen, obwohl sie uns umgeben. Ignorant stapfen wir durch die Welt und nehmen viele Zusammenhänge nicht wahr. Warum auch sollte man eine Schnecke wahrnehmen oder kennen, deren Haus gerade einmal 5mm groß ist? Eigentlich ist es klar: wir sollten möglichst viele dieser Wesen und von deren Welt kennen, weil wir nur so um den Reichtum der Natur wissen und damit dann auch zum Nachdenken kommen. Jedes Wesen erfüllt eine Aufgabe im großen Kreislauf der Natur und so sollte man sich auch um diese Art Leben Gedanken machen. Wenn ich sehe, wie unsere Fluren ausgeräumt werden in einer Art und Weise, wie man altes Gerümpel auf den Sperrmüll schafft, macht mich das sehr betroffen. All diese Tiere sind kein Müll der Evolution, dessen man sich entledigen muss. Sie sind kleine Zahnräder im großen Getriebe der Natur. Wir Menschen sind vielfach uninteressiert oder einfach zu blöde um diese Zusammenhänge zu begreifen und oft wollen wir das auch gar nicht. Denn etwas begreifen heißt möglicherweise auch, sich über sein Verhalten Gedanken zu machen und zu spüren, dass eine Änderung vorgenommen werden muss. Aber etwas ändern wollen wir meist nicht. Zu sehr sind wir im Konsum verankert und oft scheint es, als ob es im Leben nichts mehr Lebenswertes gäbe, wenn Geld und Konsum nicht mehr die erste Geige spielen dürfen.

    Wie schon so oft und immer wieder wird dem finanziellen Reichtum jeglicher andere Reichtum geopfert – sei es der in der Natur, sei es der innere (emotionale) Reichtum. Dass letztlich auch der pekuniäre Reichtum leidet, wenn die anderen Arten des Reichtums / der Fülle gestört oder zerstört werden, ist vielen nicht klar.

    Lassen wir diese Abschweifungen und freuen uns einfach an dem Haus der gemeinen Glattschnecke, die also offenbar in unserem Garten existiert. Sie lebt in einer parallelen Welt, die sich meist unserer Wahrnehmung entzieht. Aber es ist schön, das eine oder andere dieser Wesen kennenzulernen und sich zu fragen, welche Wunder wohl noch auf diesen wenigen Quadratmetern ihrer Entdeckung harren …

  • Der grüne Blitz

    …oder auch ‚grüner Strahl‘ genannt ist eine seltene Leuchterscheinung, die man im Gebirge oder am Meer dann für einen kurzen Moment sehen kann, wenn die Sonne unter- oder aufgeht. Die Bedingungen müssen allerdings sehr gut passen. Im Urlaub habe ich mir überlegt, es einfach mal zu probieren, ob ich diesen Effekt auch einmal zu sehen bekomme. Mir war gar nicht klar, wie selten er auftritt und wie kurzlebig er ist. Man kann ihn dann am besten sehen, wenn die Luft sehr klar ist, weil die Sonne dazu direkt am Horizont sichtbar sein muss. Und die Sonne darf dazu auch nicht rot gefärbt auf- bzw. untergehen, da sonst der grüne Strahl durch die Streuung des Lichtes an z.B. Staubteilchen nicht den Beobachter erreicht.

    Ich hatte unverdientes Glück, denn ich konnte den Effekt wenigstens ein Mal beobachten … und noch mehr Glück, dass meine Kamera in der Lage war, ihn auch aufzuzeichnen. Leider kann man ihn auf dem Bild nur wirklich gut erkennen, wenn man die Belichtung um Einiges reduziert. Dadurch hat das Bild mit dem visuellen ‚luftig-hellen‘ Eindruck nicht mehr viel gemein.

    Ob dieses kleine grünliche Flimmern zwei Wochen frühes Aufstehen rechtfertigt für einen Effekt, der einem vielleicht nur auffällt, wenn man darauf hingewiesen worden ist? Ich finde ja, und für mich stellt er im Wortsinne ein ‚Highlight‘ unserer Ostseereise dar.

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  • Schachbrettfalter

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    … eigentlich nicht übermäßig selten, aber es ist in den letzten Jahren ein starker Einbruch der Schmetterlingspopulationen zu beobachten – quer durch alle Arten. Selbst Pflanzen, die früher intensiv von Faltern besucht wurden, sind nur noch sporadisch Ziel dieser herrlichen Tiere.  Bleibt uns nur, dies zu bedauern? Ich überlege, ob man nicht wenigstens ein paar ‚Inseln‘ in der Landschaft so belassen könnte, dass diese Tiere genug Nahrung finden. Dann wäre es möglich, dass diese Familie auch längerfristig überlebt.

    In unserer ausgeräumten Landschaft ist ja ansonsten kein Platz für Lebensräume, in denen diese wunderbaren Geschöpfe dauerhaft bestehen können. Die Anwendung von Pestiziden tut ihr Übriges. Der Zusammenbruch der Artenvielfalt und Individuenzahl bei den Schmetterlingen ist also wie leider üblich nur ein weiterer Kollateralschaden der intensiven Landwirtschaft.

    Natürlich kann man sich ’nichts dafür kaufen‘, wenn solche Arten weiter überleben – und aus diesem Grund ist es vielen einfach gestrickten Zeitgenossen wohl auch gleichgültig. Aber bei allem Streben nach materiellem Wohlstand nehmen wir eine Verarmung an vielen anderen Stellen in Kauf … die emotionale im zwischenmenschlichen Bereich, aber auch die in der Natur.

    Was sind wir nur für seltsame Wesen …..

     

  • Die Schachblume

    …auch Schachbrettblume oder Kiebitzei genannt wollte ich immer schon einmal ‚in natura‘ erleben. Immer wieder habe ich mir gesagt: ’nächstes Jahr‘, aber dieses Jahr habe ich mir die Freude endlich gegönnt!

    Auch wenn ich nur wenige Stunden verweilen konnte und das Licht für das Fotografieren nicht wirklich optimal war, habe ich den Aufenthalt dort sehr genossen. In der Zukunft möchte ich mich wieder dorthin begeben und mit mehr Muße – so hoffe ich – bessere Bilder finden und ablichten. So bleibt mir für dieses Jahr das Gefühl, etwas Besonderes erlebt zu haben und die Hoffnung auf noch möglichst viele Gelegenheiten für außergewöhnliche Momente.

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    Es nutzt nichts, Pläne zu machen, wenn bei passender Gelegenheit dann wieder der innere Schweinehund (und damit die Bequemlichkeit) die Oberhand gewinnt. Nur im Tun kann man die Freude gewinnen!

     

  • Die roten Tage

    … nenne ich diese Zeit im Jahr insgeheim, denn viele Blätter nehmen jetzt, da das Blattgrün verschwindet, einen roten Farbton an. Natürlich ist das etwas zu pauschal formuliert, denn es gibt allerlei andere Blattfarben im gelblich-bräunlichen Bereich, die ebenfalls sehr attraktiv sein können. Schon jahrelang schwebt mir vor, den Begriff ‚Blattgold‘ einmal wörtlich zu nehmen. Dazu möchte ich eine Gegenlichtsituation nutzen. Es darf aber kein (starker) Wind herrschen und die Blätter sollen annähernd perfekt sein. Gleichzeitig darf natürlich auch im Hintergrund kein Element stören…

    Wie man sieht, kann es noch etwas dauern 😉 . Deshalb heute eine Collage, die dem plakativen Titel dieses Betrages hoffentlich gerecht wird …

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  • Ziele

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    Wir Menschen neigen dazu, uns große und weite Ziele zu stecken, „etwas aus unserem Leben machen“ zu wollen. Doch damit tun wir uns oft nicht wirklich einen Gefallen. Ziele sind sicher nützlich, da sie unserem Leben eine Richtung geben, wie ein Leuchtturm, an dem wir unserem Kurs ausrichten können. Aber viele Menschen legen den Begriff „Ziel“ zu eng – und meist materialistisch – aus.

    Indem ich mein Tun und Lassen an einem Ziel ausrichte, enge ich auch meine Wahrnehmung und meine Möglichkeiten ein. Plötzlich fällt jede Aktion in eine der Kategorien „dienlich“ und „unnütz“. Umwege kosten Zeit und Geld und sind daher zu vermeiden! Wirklich? Wie oft ist es uns im Leben passiert, dass wir auf einem Umweg etwas wahrgenommen oder erlebt haben, was uns ansonsten nicht zuteil geworden wäre? Etwas Besonderes, von dem wir noch lange zehren!

    Wie ist es mit Zielen, die mit unserem Leben, unserem Fühlen und unserer Seele zu tun haben? Ziele, die sich nicht so präzise messen und verifizieren lassen wie solche, die mit Geld und Besitz zu tun haben! Und es stellt sich die Frage, ob nicht gerade die materiellen Ziele den Anderen (und möglicherweise wesentlichen) im Wege stehen…?
    Eines meiner aktuellen Ziele ist es, das Leben nicht zu vergessen, während ich auf ein längerfristiges Ziel hinarbeite. Das mag den Zeitraum bis zum Erreichen meines Wunsches verlängern, aber dafür nehme ich mir jeden Tag die Zeit, etwas für mich zu tun und nicht Vieles zu unterdrücken – quasi mein Erleben zeitweise auf Eis zu legen – nur um „schneller anzukommen“. Das halte ich für ganz wesentlich: sich aus der Tretmühle des Alltags immer wieder herauszunehmen und sich den Moment bewusst zu machen; mit wachen Sinnen den Moment zu (er)leben. Einen Moment inne zu halten, einen kleinen Umweg gehen, etwas anders zu machen als sonst … das gibt dem Leben neue Impulse und lässt unsere Gedanken in neue Bahnen fließen.

    Was hat das mit dem Morpho zu tun? Ich hatte das Ziel, endlich einmal ein richtig schönes Foto dieses Schmetterlinges zu machen. Doch in den gängigen Schmetterlingshäusern ist immer so viel los, dass die Tiere schnell aufgeschreckt werden. Hat man dann einen Falter in schöner Positur erspäht, sind genügend andere Besucher da, die ihn auch sehen und ablichten wollen, und meist ist er weg, bevor man zum Zuge kommt. Man kann natürlich dieses Ziel verbissen so lange verfolgen, bis es endlich funktioniert. In diesem (Zu)Fall war es ein ganz kleines Schmetterlingshaus mit sehr wenigen Besuchern, wo es völlig ungeplant geklappt hat. Umso größer die Freude!
    Leichtigkeit und wache Sinne bringen uns oft weiter als Verbissenheit – in jedem Fall sind sie besser für unsere Gesundheit und unsere Seele!!!

  • Die Perseiden …

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    …sind uns als Meteorschauer im August bekannt und werden auch ‚Laurentius-Tränen‘ genannt. Ich wollte sie dieses Jahr wegen der günstigen Bedingungen (fast Neumond, wolkenloser Himmel) noch intensiver als sonst verfolgen und habe mich deshalb in der zweiten Nachthälfte ins Feld begeben. Wirklich viele habe ich leider trotzdem nicht gesehen, und das Fotografieren war auch deshalb recht schwierig. Im Laufe der Zeit hat sich das Rauschen durch die Sensorerwärmung deutlich verstärkt. So habe ich nur dieses stark durch die Mangel gedrehte Bild anzubieten, ‚besser als nichts‘.

    Dieser 13.08. hat vieles Andere noch gebracht, manch Gutes, aber auch einen schweren Gang … und das Gefühl, dass es bei Weitem nicht genug Sternschnuppen gibt für die guten Wünsche, die die Welt und die Menschen so dringend nötig haben.

  • Nur per Zufall

    … habe ich diese Stelle im Heftricher Wald gefunden, obwohl ich schon lange nach einem Ort gesucht habe, wo Buschwindröschen ‚wie gesät‘ wachsen. Selbst wenn es Stellen mit Massenvorkommen gibt, ist immer irgendetwas nicht passend: mal stehen die Bäume zu dicht, mal stimmt die Himmelsrichtung für die gewünschte Lichtstimmung nicht. Und nur weil ich wegen des Lokführerstreiks mit dem Auto gefahren bin, war ich zur rechten Zeit am rechten Ort.

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    Wir ärgern uns oft über Zeitverluste und ungeplante Änderungen unserer Abläufe. Nehmen wir solche Dinge einfach als Chance, andere Eindrücke in uns aufzunehmen und  uns darüber zu freuen, aus unserem Trott gerissen zu werden …

     

  • SOFI

    … ist im allgemeinen ‚Abküfi‘-Sprachgebrauch das Wort für Sonnenfinsternis. Bei der Seltenheit solcher Ereignisse wundert es mich, dass der Name trotzdem unbedingt abgekürzt werden muss. Aber das liegt wohl im Trend der Zeit – das man sich für nichts wirklich Zeit nimmt.

    Trotz der aktuellen Hochdruckwetterlage haben hier in der Gegend nicht alle an diesem Ereignis teilhaben können, denn Nebel hat so Manchem die Sicht versperrt.

    Vielleicht war es also ein Glück, dass ich keinen Urlaub nehmen konnte und deshalb bei klarem Himmel in Frankfurt am Mainufer dieses Foto machen durfte …

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