Kategorie: Natur

  • Kostbarkeit

    Nicht jede Perlenkette ist teuer, und manchmal sind die ganz besonderen Perlen nicht aus Perlmutt, sondern aus ganz gewöhnlichem Wasser …

    Wir legen zu oft Wert auf die falschen Dinge, und meist macht sich die Wertschätzung am finanziellen Aspekt fest. Die Kunstwerke und Kostbarkeiten der Natur sind so unendlich feiner und wunderbarer als alles, was die Menschen schaffen können.

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  • Heringsloch

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    … bezugnehmend auf einen (Nach-)Namen Hering heißt ein Erosionsgraben in der Gemarkung Würges (Bad Camberg) direkt neben dem Waldrand (der sich rechts neben dem Bildausschnitt befindet. Wie so häufig, wird ein solcher Graben gerne zweckendfremdet, ‚eignet‘ er sich doch ideal dazu, preisgünstig Grünschnitt und anderes Geraffel zu ‚entsorgen‘. Es ist ein Jammer, was Menschen tun, wenn sie sich unbeobachtet wähnen. Das ist ziemlich desillusionierend und es hat mein Menschenbild in letzter Zeit stark geprägt, weil es so oft und an den unterschiedlichsten Stellen passiert. Es fällt mir spontan dazu der Song „Da Mensch is a Sau“ der Skiffle Group „Worried Men“ ein…

    Auf diesem Bild kann man zum Glück keinen solchen Müll und Grünschnitt / Astwerk erkennen; dafür habe ich lange nach der passenden Stelle gesucht und etwas aufgeräumt. Aber bereits wenn man sich umdreht, liegt da ein Haufen altes Astwerk, und um die Ecke hinten im Bild geht es ‚lustig‘ weiter …

    Da muss man doch etwas unternehmen können, oder?

  • Blühwiese statt ‚grüner Wüste‘

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    In der Bewirtschaftung unserer Felder und Weiden kommt es in den letzten Jahren zu einem immer größeren Problem. Wenn der Raps abgeblüht und die Zeit der Obstbaumblüte vorbei ist, beginnt eine schwierige Zeit für die Bienen. Die Imker müssen auf ihre Völker sehr gut achten und ihnen einen Teil des Honigs lassen. Sonst kann es passieren, dass Völker mitten im Sommer verhungern(!!!).

    Die Wiesen sind, so wie sie aktuell genutzt werden, keine wirkliche Hilfe. Nach der kurzzeitigen ‚Eruption‘ des Löwenzahns sind sie mehr oder weniger ‚grüne Wüsten‘ mit viel Gras und wenig Blumen – kein Wunder, denn sie müssen ja zweimal gemäht werden, damit auch ja genug Heu produziert werden kann. Hier und da etwas Gülle im Frühjahr führt zu weiteren negativen Auswirkungen auf die Artenvielfalt.

    Nun geht es den Bienenvölkern ohnehin seit Jahren immer schlechter. Sie haben es aufgrund von Monokulturen, gentechnisch veränderten Gewächsen und dem Einsatz von Pestiziden immer schwerer und es ist dringend nötig, eine Verbesserung herbeizuführen. Außerdem gibt es noch viele andere kleine Lebewesen, deren Fortbestand an bestimmte Pflanzen gebunden ist. Schmetterlinge wie der kleine Fuchs, dessen Raupen an Brennnesseln ihre Nahrung finden, die Aurorafalter am Wiesenschaumkraut, die Hauhechelbläulinge (deren Name schon die Pflanze enthält) sind nur wenige Beispiele. Eine ganze Menge anderer Tiere hängt dann wiederum direkt oder indirekt von den pflanzenfressenden Arten ab – ein Mikrokosmos und ein biologischer Kreislauf auf nur wenigen Quadratmetern!

    Eine Hilfe in dieser Situation sind die sogenannten Blühwiesen. Auch in unserer Gemeinde wird das Thema bald aufs Tapet kommen. Man braucht keine drei Versuche, um herauszufinden, wer wohl (wieder einmal) aus allen Rohren gegen das Thema feuern wird … die üblichen Verdächtigen natürlich! Böden, die nach zwei Tagen ohne Regen bereits Risse wie ein ausgetrockneter See aufweisen; ein Erdreich, dass eher wie ein ausgemergeltes, chemisch aufgepäppeltes, aber totgespritztes Substrat daherkommt und nicht wie eine gesunde Humusschicht, haben wir diesen Ökonomen zu ‚verdanken’…

    Es ist zu hoffen, dass sich viele Stimmen für Blühwiesen in unserer Heimat finden. Unter dem Strich wird der Nutzen für alle(!) Anspruchsgruppen höher sein als der Aufwand. Und wenn sich die Betonköppe mal wieder durchsetzen, werden sich schon Flächen finden, wo Blühwiesen neu eingerichtet werden können. Es gibt genug Menschen, denen die Natur wichtiger ist als die lächerlichen paar Euro Pacht, die eine aktuell (noch) landwirtschaftlich genutzte Fläche einbringt.

  • Wasser ist Leben

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    … und Regen ist Wasser. Das scheinen nicht alle Menschen zu wissen, aber es ist so! Einfach! Deswegen genieße ich nach etlichen Wochen der Trockenheit das aktuelle Wetter und wünsche mir, dass es noch lange andauern möge. Und wenn ich auf einem Spaziergang durch die feuchte Welt eine Schnecke sehe, dann denke ich daran, dass selbst dies ein Privileg ist: solch ein Tier zu Gesicht zu bekommen. Viele Orte auf der Welt sind so trocken, dass Weichtiere keine Chance zum Überleben haben.

    Vielleicht überlegt sich mancher Zeitgenosse doch einmal, was er von sich gibt, wenn er wieder versucht ist, über das Wetter zu schimpfen und sich ’schönes‘ (und das meint leider fast immer sonnig-trockenes) Wetter wünscht. Denn wir sind gesegnet mit dem Nass: es lässt unsere Felder gedeihen und trägt zu vielem bei, was unser Leben in dieser Region der Welt ganz besonders macht. Fließendes Wasser … welch ein Luxus und welch ein Geschenk!

     

  • Wesensart

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    … ist etwas, das sich der Mensch oft genug zu Gute hält. Und wenn man in den Zoo geht und sich dort umschaut, so geht einem oft dieses wilde Geschrei und dieses undisziplinierte Herumgeäffe gehörig auf die Nerven – allerdings spielt sich das im Wesentlichen außerhalb der Gehege ab. Unwillkürlich fragt man sich, wie das wohl den Tieren erscheinen mag. Sie scheinen sich oft genug mit ihrer Situation arrangiert zu haben – was bleibt ihnen auch Anderes übrig? Der Mensch wühlt sich auf der Suche nach immer noch mehr Ressourcen durch die Welt und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Die Kollateralschäden dürfen wir dann im Zoo bestaunen und uns über die schwindende Artenvielfalt ereifern, während die Menschheit sich von x Milliarden  zu x+1 Milliarden hochkarnickelt.

    … und überall feiert die Großmannssucht fröhliche Urständ.

    Vor solchem Hintergrund spricht aus diesem herrlichen Gesicht eines Orang-Utans mehr Wesensart und Seelentiefe, als den meisten Menschen überhaupt je innewohnen wird …

  • Der Trilobit

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    Für mich sind Trilobiten etwas ganz Besonderes – stehen sie doch für eine der ersten Gattungen, die auf unserem Planeten im Laufe der sogenannten ‚Kambrischen Explosion‘ aufgetaucht sind. Ihre Form hat mich immer schon fasziniert, wie auch die Tatsache, dass sie für mehr als 250 Millionen Jahre überdauert haben. Ihre letzten Individuen sind quasi Zeitzeugen der Epoche, als die Vorfahren der Saurier durch die Wälder und Sümpfe des Perm streiften.
    Auf ein kleines Fossil zu schauen, dessen Entstehung mehr als eine halbe Milliarde Jahre her ist, gibt mir etwas Einzigartiges – und es lässt mich die vermeintliche Besonderheit des Menschen in einem ganz anderen Licht betrachten. Demut im Angesicht eines niederen ‚Gewürms‘? Warum nicht?!!!

  • Warum in die Ferne schweifen … ?

    Elster

    So ist das manchmal: man sucht in der Ferne und wundert sich dann, dass etwas ganz Besonderes direkt vor der Nase ist – und oft genug hat man es einfach übersehen!

    Das ist mir gestern so gegangen. Ein kleiner Ausflug in die nächste Umgebung hat mir zwar ein paar nette Bildmotive eingebracht, aber nichts wirklich Erwähnenswertes. Kaum habe ich daheim am PC gesessen, hat sich eine Elster nur wenige Meter entfernt in der Spitze unserer Kiefer niedergelassen. So kam ich doch noch zu einem (zumindest für mich) ganz besonderen Bild, nicht wegen der erzielten Qualität, sondern wegen der seltenen Gelegenheit!

    Was ich damit nicht sagen will ist, dass man immer mit seinem Allerwertesten daheim sitzen sollte, weil dann die guten Gelegenheiten an die Tür klopfen: das passiert nämlich bestimmt nicht! Und ich meine damit auch nicht die sattsam bekannte ‚bleibe im Lande und nähre Dich redlich‘-Mentalität.

    Was ich aber glaube ist, dass viele Menschen zu sehr auf das Ferne, das Außergewöhnliche fixiert sind und die Qualitäten der Heimat nicht zu schätzen wissen. Es ist – wie so oft – das Problem der ‚Hornhaut auf den Augen‘: die Gewohnheit lässt das Verfügbare im Laufe der Zeit blass und unattraktiv erscheinen. Dabei braucht es nur ein wenig ‚inneres Kind‘, um das Staunen über das (scheinbar) Alltägliche immer wieder neu zu erleben.

    Ich sehe es in meiner eigenen Familie ja auch, wo teilweise die Suche nach dem Glück nicht weit genug weg erfolgen kann, ohne dass dabei freilich die Unruhe bemeistert werden und innere Ruhe und Zufriedenheit einkehren kann…

     

  • Früher hätte ich …

    … von einem Ausflug auch Polaroids mitgebracht. Und trotz der technischen Unvollkommenheiten waren sie geeignet, die Stimmung eines Tages festzuhalten.

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    Heute muss es technisch unbedingt immer besser, immer näher an der Perfektion sein, ohne deshalb den Inhalt – die Stimmung – besser zu vermitteln.

    Ein besonderer Moment ist nicht deshalb besonders, weil von ihm technisch exzellente Bilder existieren und ein inhaltlich banaler Film wird nicht deshalb zum Meisterwerk, weil es ihn in 3D zu sehen gibt.

    Gestatten wir uns doch Unvollkommenheiten! Es lebt sich besser damit, denn der letzte Rest an Perfektion ist das, was die meiste Verbissenheit unter die Menschen bringt. Nicht so, dass es egal ist, ob etwas funktioniert oder nicht, aber doch so, dass es durchaus etwas salopper zugehen kann.

    Von diesem Thema wird sicher hier noch öfter die Rede sein. Denn es beschäftigt mich immer mehr, wie sehr die Oberflächlichkeit unter den Menschen Raum greift. Hauptsache die Fassade stimmt! Egal ob es sich um Lebensmittel handelt, die normiert und kontrolliert werden … und bei denen oft genug das Wesentliche – der Gehalt – auf der Strecke bleibt oder um das TV-Programm, das nicht primitiv und actiongeladen genug sein kann. Überbezahlte Muskelpakete, die nach einem Ball treten, in HD, 3D, im Premium Abo. Hach, ich ’seh was Besseres‘ …

    Genug davon für heute! Das Bild oben wird mich immer an einen besonderen Tag und einen schönen Ausflug auf den großen Feldberg erinnern. Deswegen ist und bleibt es wertvoll für mich!

  • Der Zug der Kraniche

    … bedeutet für uns etwas ganz Besonderes. Unsere Mutter hat uns die Liebe zur Natur und zu bestimmten Ereignissen ganz besonders weiter gegeben.

    Jetzt, wo sie nicht mehr bei uns ist, zieht immer auch ein Stück von ihr mit, wenn wir die Formationen der hier landläufig so genannten „Hoalgäns“ (Hohlgänse?) am Himmel sehen …

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  • Der Herbst …

    „… ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird.“ – Albert Camus.

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