Warum in die Ferne schweifen … ?

Elster

So ist das manchmal: man sucht in der Ferne und wundert sich dann, dass etwas ganz Besonderes direkt vor der Nase ist – und oft genug hat man es einfach übersehen!

Das ist mir gestern so gegangen. Ein kleiner Ausflug in die nächste Umgebung hat mir zwar ein paar nette Bildmotive eingebracht, aber nichts wirklich Erwähnenswertes. Kaum habe ich daheim am PC gesessen, hat sich eine Elster nur wenige Meter entfernt in der Spitze unserer Kiefer niedergelassen. So kam ich doch noch zu einem (zumindest für mich) ganz besonderen Bild, nicht wegen der erzielten Qualität, sondern wegen der seltenen Gelegenheit!

Was ich damit nicht sagen will ist, dass man immer mit seinem Allerwertesten daheim sitzen sollte, weil dann die guten Gelegenheiten an die Tür klopfen: das passiert nämlich bestimmt nicht! Und ich meine damit auch nicht die sattsam bekannte ‚bleibe im Lande und nähre Dich redlich‘-Mentalität.

Was ich aber glaube ist, dass viele Menschen zu sehr auf das Ferne, das Außergewöhnliche fixiert sind und die Qualitäten der Heimat nicht zu schätzen wissen. Es ist – wie so oft – das Problem der ‚Hornhaut auf den Augen‘: die Gewohnheit lässt das Verfügbare im Laufe der Zeit blass und unattraktiv erscheinen. Dabei braucht es nur ein wenig ‚inneres Kind‘, um das Staunen über das (scheinbar) Alltägliche immer wieder neu zu erleben.

Ich sehe es in meiner eigenen Familie ja auch, wo teilweise die Suche nach dem Glück nicht weit genug weg erfolgen kann, ohne dass dabei freilich die Unruhe bemeistert werden und innere Ruhe und Zufriedenheit einkehren kann…