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  • Der Zug der Kraniche

    … bedeutet für uns etwas ganz Besonderes. Unsere Mutter hat uns die Liebe zur Natur und zu bestimmten Ereignissen ganz besonders weiter gegeben.

    Jetzt, wo sie nicht mehr bei uns ist, zieht immer auch ein Stück von ihr mit, wenn wir die Formationen der hier landläufig so genannten „Hoalgäns“ (Hohlgänse?) am Himmel sehen …

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  • Der Herbst …

    „… ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird.“ – Albert Camus.

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  • Cut-Over

    Ein Cutover ist im Englischen ein Wechsel. In der SAP Terminologie wird die Gesamtheit aller Aktionen beim Umstieg von einem Systemzustand auf einen anderen so bezeichnet (also ein Update oder eine Systemumstellung) und er beinhaltet eine Fülle von Aktionen, die von wechselnden Akteuren in einer vorgegebenen Reihenfolge und in enger Abstimmung untereinander abgeleistet werden.

    Aktuell haben meine Kollegen und ich zweimal im Jahr dieses Vergnügen, und immer ist es eine kitzlige Angelegenheit. Da wir eigentlich nur an Wochenenden an produktive Systeme heran können, um die Anwender nicht zu beeinträchtigen und weil (sogar geplante) Systemstillstände mittlerweile sehr aufwendig vereinbart und angekündigt werden müssen, gibt es die Tendenz, hier möglichst viele Aktionen mit hineinzupacken. Daher wird unter Zeitdruck meist ein Wochenende in Schichten komplett durchgearbeitet. Ein mühsames und stressiges Geschäft; da könnte man gut und gerne drauf verzichten … oder?

    Ich stelle fest, dass mir diese Anforderungen einesteils lästig sind, aber andererseits trotzdem auch etwas bedeuten. Es gibt viele Pflichten im Leben und oft sind sie einem unangenehm. Aber warum? Nur, weil sie einen daran hindern, irgendwelchen Zerstreuungen nachzugehen? Pflichten sind nicht zwingend unangenehm; sie können sogar sehr befriedigend sein. Das ist eine Erkenntnis, die zu lernen mir persönlich in vielen Bereichen nicht leicht gefallen ist.

    Um auf den Ausgangsbegriff zurückzukommen: der Cutover zum Herbst ist geschafft 😉 . Heute habe ich zum ersten Mal an den Scheiben am Fahrzeug Reif vorgefunden. Und die Herbstzeitlose ist schon fast wieder über ihren Zenit hinaus …

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  • Ein Kurzohrrüsselspringer

    … soll uns heute am Freitag den 13. begleiten.

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    Ich habe mich ihm einige Zeit gewidmet, und so gelang mir nach etwas Gefummel mit der Ausrüstung dieses Bild, das zeigt, dass diese Tierchen auch einmal zwei Sekunden ruhig halten können …

    Egal wo fotografiert wird habe ich oft das Gefühl, dass viele Menschen nur dann froh sind, wenn sie Hunderte von Bildern von einem solchen Zoobesuch mitbringen können. Auch bei Urlauben, Treffen und sonstigen Gelegenheiten wird einfach nur ‚auf Masse‘ gemacht. Viele technisch durchaus gute Aufnahmen, die aber der Besonderheit eines lebenden Wesens oder eines Momentes kaum mehr gerecht werden können. Selbst von einem ganz außergewöhnlichen Motiv – Pinguinen auf einem bläulichen Eisberg – gab es vor Jahren einige Dutzend Bilder, weil es sich um die Fahrt eines russischen Eisbrechers in die Antarktis handelte, und natürlich etliche Naturfotografen diese Expedition gebucht hatten. Selbst das Bild eines Eisvogels, perfekt scharf und wunderbar natürlich im Ausdruck, lockt niemand mehr hinter dem Ofen hervor. Wunder werden entwertet durch deren massenhafte Abbildung! Dafür können die Motive nicht mehr fremd genug sein … und selbst das Abseitige/Abartige ist schon fast wieder langweilig.

    Für mich persönlich ergibt sich daraus: langsam und bedächtig arbeiten, den Moment genießen, das Wunder (wieder) erkennen … und auch gerne ein Bild machen. Aber mit Überlegung und nicht im Akkord!

     

  • Herrenrain

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    … heißt die Flur, in der dieser Acker liegt. Nicht sehr groß zwar, ist er doch das Stück Land (neben einem Garten im ehemaligen Mühlweg), an das meine Geschwister und ich die meisten Erinnerungen haben. Vom Ort der Aufnahme aus am anderen Ende stand früher noch ein Apfelbaum von der Sorte, die dunkelrote Früchte mit leicht Rosé gefärbtem Fleisch hervorbringen (Rote Sternrenette?). Irgendwann war sein Wurzelwerk durch die intensive, nahe Beackerung des Pächters so lädiert, dass nur noch ein Absetzen möglich war.

    Das findet man oft: Dezimeterweise wird näher und näher an die Bäume heran geackert, bis sie irgendwann einmal ‚glücklich den Geist aufgeben‘. Notfalls wird auch mal ein kleines Feuerchen entfacht, wenn es keiner sieht. Und eigentlich stört alles, was irgendwelche Umstände macht…

    Dieser Acker wird vielleicht nicht mehr allzu lange in unserer Familie sein. Eine Flurbereinigung im Rahmen des Baues einer Ortsumgehung kann dazu führen, dass wir mit einer Ersatzfläche abgefunden werden, vermutlich einem mehr oder weniger handtuchförmigen Stück Land j.w.d.. Die Flurbereinigung wäre im Rahmen der Umgehung zu weiten Teilen unnötig. Teile der Bauernschaft begrüßen sie – nämlich diejenigen, die mit schwerem Gerät unterwegs sind und größere zusammenhängende Flächen haben wollen. Es gibt genügend von der Sorte, denen die Ausräumung der Landschaft noch nicht weit genug geht. Sicher, die Arbeit wird dadurch effizienter, aber dieser Ansatz macht unsere Fluren ärmer und unsere Felder anfälliger für Schädlinge. Aber – Saatmittelmonopolisten und der Chemie sei Dank – bekommt man das ja kostengünstig in den Griff.

    Jeder hat seine Präferenzen, jeder kocht sein eigenes Süppchen. Vermutlich wird die Ortsumgehung nicht das erwartete Ergebnis bringen. Zu viel Verkehr wird auch später noch innerorts fließen, zu viel zusätzliche Fahrzeugbewegungen werden von den Umgehungsstrecken angezogen werden. Die Flurbereinigung wird unsere Region wieder einmal biologisch ärmer, aber unsere Landwirtschaft rationeller und effektiver machen.

    Irgendwann in den kommenden 2, 3 Jahrzehnten wird dann wegen der schwindenden Ölreserven der Verkehr wieder geringer werden; ‚Dank‘ der sich weiter verringernden Kaufkraft werden ohnehin weniger Leute ein Fahrzeug besitzen und dieses weniger nutzen. Die Umgehung wird dann wohl nicht mehr so viel Sinn machen. Bis dahin schreiben wir dieselben fantasielosen politischen Konzepte fort, die uns schon länger immer tiefer in die Misere führen.

     

  • Man spürt, wie sich die (Jahres-)Zeiten ändern

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    … und überall sieht man es auch! In Limburg haben wir heute erlebt, wie eine Spatzenmama ihrem Sprößling die Tische am Café Kosmol (und den Boden darunter) gezeigt hat, damit das Kleine, weiß, wo es die leckersten Krümel gibt. Picken konnte es schon selbst, ließ sich aber immer wieder gerne füttern …

    Heute Abend konnten wir die Schwalben beim Herumfliegen beobachten. In größeren Schwärmen huschen sie um die Häuser und versuchen, sich vor dem Abflug noch richtig vollzufuttern. In gut vier Wochen werden wir sie vermissen …

     

  • Rat mal wer zum Kaffee kommt?

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    Diese Frage stellt sich zuweilen. Im Hessenpark kann es durchaus auch mal ein unerwarteter Gast sein.

    Und wenn mein Gegenüber dann sagt: „Du hast ja ne Meise!“, liegt er vielleicht gar nicht so falsch … 😉

     

  • Ein bittersüßer Nachtschatten

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    … hat sich hier einen besonderen Platz zum Wachsen ausgesucht. Es gibt Dinge, die einem verwunderlich erscheinen, und ich freue mich immer, wenn mein Blick auf so etwas Außergewöhnliches fällt.

    Die Welt ist voller Besonderheiten – oft vielleicht nur klein, und sogar ganz in unserer Nähe. Eigentlich müssten wir ständig darüber stolpern …

    Also: Augen auf!!!

     

  • Das Stauden-Feuerkraut

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    …ist eine ganz besondere Blume. Denn sie blüht fast vom Beginn des Sommers an, und ihre letzten Blüten sind noch zu sehen, wenn es schon ganz nach Herbst riecht. So begleitet sie den größten Teil des Sommers, und in ihrem sichtbaren Erscheinen liegt auch schon die Ahnung des Herbstes.
    Trotzdem sollte man sie genießen und nicht immer nur an das denken, was als nächstes kommt.
    Den Moment zu erleben und nur den Moment, das ist etwas, was wir oft nicht wirklich können. Immer sind wir in Gedanken bei dem, was wir danach tun wollen. Es gibt noch viel zu lernen…

  • Eine Seerose

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    … möchte ich heute jemand zum Geschenk machen. Oh ja, ich weiß, wie diese Blume ausgesehen hat, als ich sie aufgenommen habe! Ihre Erscheinung habe ich idealisiert, sie ‚aufgebrezelt‘. So will ich sie sehen!

    Wie oft machen wir das mit Dingen oder Menschen in unserer Umgebung, die wir auf einen Sockel heben und ihnen damit mehr Ehre zukommen lassen, als ihnen gebührt? Vielleicht liegt das auch in der Natur des Menschen, und oft genug ist es auch nicht wirklich schlimm.

    Es wird nur dann schlimm, wenn wir diesen vermeintlichen ‚Lichtgestalten‘ zu viel Einfluss einräumen, und wenn wir die Entscheidung über die Gestaltung unseres Lebens unnötigerweise in ihre Hände legen. Dies führt dazu, dass wir unsere Eigenverantwortung aufgeben, und zurück in die Kinderrolle schlüpfen, als unsere Eltern die Entscheidungen getroffen haben und alles gut zu sein schien …

    Romantische Brille: schön und gut …

    Wir sollten uns aber genau überlegen, wann und bei wem wir sie aufsetzen … und wie lange!