Ein Cutover ist im Englischen ein Wechsel. In der SAP Terminologie wird die Gesamtheit aller Aktionen beim Umstieg von einem Systemzustand auf einen anderen so bezeichnet (also ein Update oder eine Systemumstellung) und er beinhaltet eine Fülle von Aktionen, die von wechselnden Akteuren in einer vorgegebenen Reihenfolge und in enger Abstimmung untereinander abgeleistet werden.
Aktuell haben meine Kollegen und ich zweimal im Jahr dieses Vergnügen, und immer ist es eine kitzlige Angelegenheit. Da wir eigentlich nur an Wochenenden an produktive Systeme heran können, um die Anwender nicht zu beeinträchtigen und weil (sogar geplante) Systemstillstände mittlerweile sehr aufwendig vereinbart und angekündigt werden müssen, gibt es die Tendenz, hier möglichst viele Aktionen mit hineinzupacken. Daher wird unter Zeitdruck meist ein Wochenende in Schichten komplett durchgearbeitet. Ein mühsames und stressiges Geschäft; da könnte man gut und gerne drauf verzichten … oder?
Ich stelle fest, dass mir diese Anforderungen einesteils lästig sind, aber andererseits trotzdem auch etwas bedeuten. Es gibt viele Pflichten im Leben und oft sind sie einem unangenehm. Aber warum? Nur, weil sie einen daran hindern, irgendwelchen Zerstreuungen nachzugehen? Pflichten sind nicht zwingend unangenehm; sie können sogar sehr befriedigend sein. Das ist eine Erkenntnis, die zu lernen mir persönlich in vielen Bereichen nicht leicht gefallen ist.
Um auf den Ausgangsbegriff zurückzukommen: der Cutover zum Herbst ist geschafft 😉 . Heute habe ich zum ersten Mal an den Scheiben am Fahrzeug Reif vorgefunden. Und die Herbstzeitlose ist schon fast wieder über ihren Zenit hinaus …
