Kategorie: Nachdenken

  • Klimawandel

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    Wir haben aktuell mit den Auswirkungen des Klimawandels zu tun. Gerade dieser Sommer zeigt es sehr deutlich, und die Fälle von Starkregen mit hohen Schadenssummen nehmen massiv zu. Wie Anfang Mai geschrieben bin ich ein Freund von feuchteren Wetterlagen, da mir die Austrocknung von Landstrichen längerfristig als Effekt die schlimmere Variante zu sein scheint. Trotzdem tun mir natürlich die Menschen leid, die von jetzt auf gleich mit persönlichen Katastrophen konfrontiert werden!

    Wie üblich bei den Menschen – im Kleinen wie im Großen – wurden missliebige Entwicklungen so lange wie möglich ignoriert. Später wurden deutlicher erkennbare klimatische Effekte mit natürlichen Schwankungen erklärt und das ging so lange weiter, bis man die Auswirkungen nicht mehr übersehen konnte und nun allenfalls noch Schadensbegrenzung betreiben kann. Selbst dabei dominiert die Tendenz, das ‚Wie‘ zu hinterfragen und dringend notwendige Maßnahmen zu verwässern oder ganz zu unterlaufen.

    Wieder einmal komme ich zu dem Schluss, dass der Mensch sein Hirn vorzugsweise als Mittel zur Produktion logisch klingender Phrasen einsetzt, um das, was welcher Trieb auch immer von ihm will, mit einer rational klingenden Erklärung zu ‚verbrämen‘. Das Dreschen von Worthülsen als Volkssport!
    Unsere Politiker sind dabei eindeutig ‚Vorbilder reinsten Wassers‘. Aber wir können uns freuen, denn in unserer Demokratie ist ja schließlich das Volk der wahre Souverän. Alles ist gut.

    Manch Einem mag der starke Regen teuflisch erscheinen. Daher dieses Bild, das eine Skulptur vor der evangelischen Kirche in Frankfurt-Höchst zeigt. Diese wurde von den allgegenwärtigen Idioten besprüht. Die Reinigung gelang, aber jedes Mal, wenn es regnet, erscheint durch die wasserabweisende Wirkung der seinerzeit vom Stein aufgenommenen Farbsubstanzen ein Schatten dieses Schriftzuges.

    Offenbar ist nicht nur der Klimawandel in der Natur ein Thema, auch der Wandel im zwischenmenschlichen Klima ist unverkennbar …

  • Loslassen

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    Heute vor zwei Jahren habe ich Abschied von unserer Mutter nehmen müssen … müssen und dürfen. Denn auch wenn es sehr schwer war, so hatte ich wenigstens die Gelegenheit dazu…

    Doch Loslassen hat viele Bedeutungen, und ich glaube, dass dies den meisten Menschen nicht so recht bewusst ist. Für die, die es lesen – bedenken – mögen und vor allem auch für meine Kinder möchte ich die folgenden Zeilen zitieren:

    Loslassen

    Loslassen heißt nicht, gleichgültig werden. Es heißt:  ich kann nichts für jemand anderen tun.
    Loslassen heißt nicht, sich entziehen. Es ist das Erkennen, das ich niemand anderen kontrollieren kann.
    Loslassen heißt nicht, einen anderen ermächtigen, sondern zulassen, dass  er von natürlichen Konsequenzen lernt.
    Loslassen heißt, Machtlosigkeit zugeben. Das bedeutet: Das Ergebnis liegt nicht in meiner Hand.
    Loslassen heißt nicht, einen anderen zu ändern zu versuchen oder ihn anzuklagen.

    Ich kann mich nur selbst ändern!

    Loslassen heißt nicht, sorgen für jemanden, sondern sich um jemanden sorgen.
    Loslassen bedeutet nicht richten, sondern einem anderen erlauben, ein Mensch zu sein.
    Loslassen heißt nicht, Resultate festzusetzen, sondern erlauben, eigene Resultate zu bewirken.
    Loslassen heißt nicht, beschützen, sondern einem anderen erlauben, der Realität ins Gesicht zu sehen.
    Loslassen heißt nicht, verneinen, sondern akzeptieren.
    Loslassen heißt nicht, nörgeln, schimpfen oder streiten, sondern meine eigenen Schwächen herauszufinden und zu korrigieren.
    Loslassen heißt nicht, alles meinen Wünschen anpassen, jeden Tag so nehmen wie er kommt und den Augenblick zu schätzen.
    Loslassen heißt nicht, jemanden zu kritisieren oder jemanden zu  reglementieren, sondern versuchen, das zu werden, wovon ich träume, dass ich es kann.
    Loslassen heißt nicht, Vergangenes bereuen, sondern wachsen und für die Zukunft leben.

    Loslassen heißt:
    WENIGER FÜRCHTEN UND MEHR LIEBEN !

    (Verfasser unbekannt)

     

  • 20 Jahre

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    … ist es her, seit meine Jüngste das Licht der Welt erblickt hat. Was hat sich seither nicht alles verändert – in der Welt und in der Familie!

    20 Jahre – das ist eine ganze Generation, und das merkt man auch als Papa. Plötzlich ist man ‚Oldtimer‘ geworden…

    Möge das Leben dem Geburtstagskind immer gewogen sein, sein Herz froh und seine Schritte leicht.

     

  • Heringsloch

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    … bezugnehmend auf einen (Nach-)Namen Hering heißt ein Erosionsgraben in der Gemarkung Würges (Bad Camberg) direkt neben dem Waldrand (der sich rechts neben dem Bildausschnitt befindet. Wie so häufig, wird ein solcher Graben gerne zweckendfremdet, ‚eignet‘ er sich doch ideal dazu, preisgünstig Grünschnitt und anderes Geraffel zu ‚entsorgen‘. Es ist ein Jammer, was Menschen tun, wenn sie sich unbeobachtet wähnen. Das ist ziemlich desillusionierend und es hat mein Menschenbild in letzter Zeit stark geprägt, weil es so oft und an den unterschiedlichsten Stellen passiert. Es fällt mir spontan dazu der Song „Da Mensch is a Sau“ der Skiffle Group „Worried Men“ ein…

    Auf diesem Bild kann man zum Glück keinen solchen Müll und Grünschnitt / Astwerk erkennen; dafür habe ich lange nach der passenden Stelle gesucht und etwas aufgeräumt. Aber bereits wenn man sich umdreht, liegt da ein Haufen altes Astwerk, und um die Ecke hinten im Bild geht es ‚lustig‘ weiter …

    Da muss man doch etwas unternehmen können, oder?

  • Blühwiese statt ‚grüner Wüste‘

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    In der Bewirtschaftung unserer Felder und Weiden kommt es in den letzten Jahren zu einem immer größeren Problem. Wenn der Raps abgeblüht und die Zeit der Obstbaumblüte vorbei ist, beginnt eine schwierige Zeit für die Bienen. Die Imker müssen auf ihre Völker sehr gut achten und ihnen einen Teil des Honigs lassen. Sonst kann es passieren, dass Völker mitten im Sommer verhungern(!!!).

    Die Wiesen sind, so wie sie aktuell genutzt werden, keine wirkliche Hilfe. Nach der kurzzeitigen ‚Eruption‘ des Löwenzahns sind sie mehr oder weniger ‚grüne Wüsten‘ mit viel Gras und wenig Blumen – kein Wunder, denn sie müssen ja zweimal gemäht werden, damit auch ja genug Heu produziert werden kann. Hier und da etwas Gülle im Frühjahr führt zu weiteren negativen Auswirkungen auf die Artenvielfalt.

    Nun geht es den Bienenvölkern ohnehin seit Jahren immer schlechter. Sie haben es aufgrund von Monokulturen, gentechnisch veränderten Gewächsen und dem Einsatz von Pestiziden immer schwerer und es ist dringend nötig, eine Verbesserung herbeizuführen. Außerdem gibt es noch viele andere kleine Lebewesen, deren Fortbestand an bestimmte Pflanzen gebunden ist. Schmetterlinge wie der kleine Fuchs, dessen Raupen an Brennnesseln ihre Nahrung finden, die Aurorafalter am Wiesenschaumkraut, die Hauhechelbläulinge (deren Name schon die Pflanze enthält) sind nur wenige Beispiele. Eine ganze Menge anderer Tiere hängt dann wiederum direkt oder indirekt von den pflanzenfressenden Arten ab – ein Mikrokosmos und ein biologischer Kreislauf auf nur wenigen Quadratmetern!

    Eine Hilfe in dieser Situation sind die sogenannten Blühwiesen. Auch in unserer Gemeinde wird das Thema bald aufs Tapet kommen. Man braucht keine drei Versuche, um herauszufinden, wer wohl (wieder einmal) aus allen Rohren gegen das Thema feuern wird … die üblichen Verdächtigen natürlich! Böden, die nach zwei Tagen ohne Regen bereits Risse wie ein ausgetrockneter See aufweisen; ein Erdreich, dass eher wie ein ausgemergeltes, chemisch aufgepäppeltes, aber totgespritztes Substrat daherkommt und nicht wie eine gesunde Humusschicht, haben wir diesen Ökonomen zu ‚verdanken’…

    Es ist zu hoffen, dass sich viele Stimmen für Blühwiesen in unserer Heimat finden. Unter dem Strich wird der Nutzen für alle(!) Anspruchsgruppen höher sein als der Aufwand. Und wenn sich die Betonköppe mal wieder durchsetzen, werden sich schon Flächen finden, wo Blühwiesen neu eingerichtet werden können. Es gibt genug Menschen, denen die Natur wichtiger ist als die lächerlichen paar Euro Pacht, die eine aktuell (noch) landwirtschaftlich genutzte Fläche einbringt.

  • Wasser ist Leben

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    … und Regen ist Wasser. Das scheinen nicht alle Menschen zu wissen, aber es ist so! Einfach! Deswegen genieße ich nach etlichen Wochen der Trockenheit das aktuelle Wetter und wünsche mir, dass es noch lange andauern möge. Und wenn ich auf einem Spaziergang durch die feuchte Welt eine Schnecke sehe, dann denke ich daran, dass selbst dies ein Privileg ist: solch ein Tier zu Gesicht zu bekommen. Viele Orte auf der Welt sind so trocken, dass Weichtiere keine Chance zum Überleben haben.

    Vielleicht überlegt sich mancher Zeitgenosse doch einmal, was er von sich gibt, wenn er wieder versucht ist, über das Wetter zu schimpfen und sich ’schönes‘ (und das meint leider fast immer sonnig-trockenes) Wetter wünscht. Denn wir sind gesegnet mit dem Nass: es lässt unsere Felder gedeihen und trägt zu vielem bei, was unser Leben in dieser Region der Welt ganz besonders macht. Fließendes Wasser … welch ein Luxus und welch ein Geschenk!

     

  • Wesensart

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    … ist etwas, das sich der Mensch oft genug zu Gute hält. Und wenn man in den Zoo geht und sich dort umschaut, so geht einem oft dieses wilde Geschrei und dieses undisziplinierte Herumgeäffe gehörig auf die Nerven – allerdings spielt sich das im Wesentlichen außerhalb der Gehege ab. Unwillkürlich fragt man sich, wie das wohl den Tieren erscheinen mag. Sie scheinen sich oft genug mit ihrer Situation arrangiert zu haben – was bleibt ihnen auch Anderes übrig? Der Mensch wühlt sich auf der Suche nach immer noch mehr Ressourcen durch die Welt und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Die Kollateralschäden dürfen wir dann im Zoo bestaunen und uns über die schwindende Artenvielfalt ereifern, während die Menschheit sich von x Milliarden  zu x+1 Milliarden hochkarnickelt.

    … und überall feiert die Großmannssucht fröhliche Urständ.

    Vor solchem Hintergrund spricht aus diesem herrlichen Gesicht eines Orang-Utans mehr Wesensart und Seelentiefe, als den meisten Menschen überhaupt je innewohnen wird …

  • Kommunikation

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    … ist kein triviales Thema; es ist schwieriger als man denkt, sich verständlich mitzuteilen. Das hat u.a. etwas mit den verschiedenen Ebenen der Kommunikation zu tun. Was man sagt, was man meint und was man damit letztlich bewirken will, sind oft genug völlig verschiedene Dinge. Was der Adressat versteht, ist ebenfalls die Frage. Und ob es sich bei den geflossenen Informationen um Wahrheiten handelt, steht noch auf einem ganz anderen Blatt …. 😉 . Kein Wunder, dass es so viele Mißverständnisse und Unklarheiten gibt. Aber immerhin, es wurde wenigstens der Versuch gemacht, eine Verbindung aufzubauen!

    Manchmal sind die Wege zur Verständigung verstopft, weil es Dinge gibt, über die man (noch nicht oder vielleicht auch nie) miteinander reden kann. Zuweilen kann man sich in solchen Fällen auf das Terrain des Austauschens von netten Belanglosigkeiten retten, ansonsten geht halt (zeitweise) gar nichts.

    Meine Mutter war an allem, was ihre Kinder anging, stets sehr interessiert und hatte den Wunsch, an deren Leben auch teilzuhaben. Durch mancherlei verquere Zeiten habe ich das nicht immer ermöglichen können oder wollen. Sie wäre aber nie gekommen und hätte zu mir gesagt: ‚Lass doch mal öfter von Dir hören, Bub!‘. Es mag ein Teil Stolz gewesen sein, aber warum auch nicht?! Sie hatte alles Recht dazu, an dieser Stelle ihren Stolz (und ihre Würde) zu behalten. Für Vieles bin ich dankbar und Manches sehe ich erst heute deutlicher, wo die nachlassenden Befindlichkeiten Raum für Einsicht freigegeben haben. Daher kann ich dankbarer sein für das, was mir im Leben ermöglicht wurde. Es ist nicht einfach, die Unvereinbarkeit von Standpunkten zu sehen und trotzdem den Anderen als Mensch anzunehmen, zu achten und vielleicht sogar liebzuhaben. Häufig überlagert der Streit in der Sache das Verhältnis untereinander – und das ist in den allermeisten Fällen unnötig.

    Auch ich als Vater habe mir eine ganze Weile überlegt, wie ich mich in dieser Hinsicht zu meinen Kindern verhalten sollte. Jedenfalls möchte und werde ich mich nicht anbiedern. Das hat etwas mit Respekt zu tun. Ich kann ihn nicht erzwingen, aber einfordern. Ob er mir erwiesen wird, das muss jedes Kind für sich entscheiden. Es ist schön, Anteil zu haben und nicht nur als Notnagel in ungemütlichen Situationen herhalten zu sollen, denn sie liegen mir sehr am Herzen, aber es liegt nicht in meiner Hand …

     

  • Der Trilobit

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    Für mich sind Trilobiten etwas ganz Besonderes – stehen sie doch für eine der ersten Gattungen, die auf unserem Planeten im Laufe der sogenannten ‚Kambrischen Explosion‘ aufgetaucht sind. Ihre Form hat mich immer schon fasziniert, wie auch die Tatsache, dass sie für mehr als 250 Millionen Jahre überdauert haben. Ihre letzten Individuen sind quasi Zeitzeugen der Epoche, als die Vorfahren der Saurier durch die Wälder und Sümpfe des Perm streiften.
    Auf ein kleines Fossil zu schauen, dessen Entstehung mehr als eine halbe Milliarde Jahre her ist, gibt mir etwas Einzigartiges – und es lässt mich die vermeintliche Besonderheit des Menschen in einem ganz anderen Licht betrachten. Demut im Angesicht eines niederen ‚Gewürms‘? Warum nicht?!!!

  • Brot statt Böller

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    Auch wieder so ein Motto, das alle Jahre landauf, landab zu hören ist. Und oft genug wird gesagt, dass diese sinnlose Knallerei ja eh zu nichts nütze ist. Im Prinzip ist das richtig, wenn man einmal von dem Argument der Arbeitsplätze in den Fabriken für pyrotechnische Artikel absieht. Aber die Böller sind nicht das einzig Sinnlose, das in Hilfe für Bedürftige umgemünzt werden könnte. ‚Brot statt Alkohol‘ könnte man genauso sagen, ‚Brot statt Zigaretten‘ oder ‚Brot statt Urlaubsreise‘ – schließlich kann man sich auch daheim erholen … usw.

    Es muss wohl der Appell genügen verbunden mit der Hoffnung, dass möglichst viel dabei zusammenkommt. Die Frage, wie viel man denn spenden solle, ist erheblich mehr als nur ein paar Zeilen wert. Mag sein, dass wir noch einmal auf dieses Thema stoßen.

    Übrigens: wir haben hier keine Böller gezündet, aber ein Jahreswechsel so ‚ganz ohne‘ wäre uns trotzdem etwas komisch vorgekommen …