Kategorie: Natur

  • Cut-Over

    Ein Cutover ist im Englischen ein Wechsel. In der SAP Terminologie wird die Gesamtheit aller Aktionen beim Umstieg von einem Systemzustand auf einen anderen so bezeichnet (also ein Update oder eine Systemumstellung) und er beinhaltet eine Fülle von Aktionen, die von wechselnden Akteuren in einer vorgegebenen Reihenfolge und in enger Abstimmung untereinander abgeleistet werden.

    Aktuell haben meine Kollegen und ich zweimal im Jahr dieses Vergnügen, und immer ist es eine kitzlige Angelegenheit. Da wir eigentlich nur an Wochenenden an produktive Systeme heran können, um die Anwender nicht zu beeinträchtigen und weil (sogar geplante) Systemstillstände mittlerweile sehr aufwendig vereinbart und angekündigt werden müssen, gibt es die Tendenz, hier möglichst viele Aktionen mit hineinzupacken. Daher wird unter Zeitdruck meist ein Wochenende in Schichten komplett durchgearbeitet. Ein mühsames und stressiges Geschäft; da könnte man gut und gerne drauf verzichten … oder?

    Ich stelle fest, dass mir diese Anforderungen einesteils lästig sind, aber andererseits trotzdem auch etwas bedeuten. Es gibt viele Pflichten im Leben und oft sind sie einem unangenehm. Aber warum? Nur, weil sie einen daran hindern, irgendwelchen Zerstreuungen nachzugehen? Pflichten sind nicht zwingend unangenehm; sie können sogar sehr befriedigend sein. Das ist eine Erkenntnis, die zu lernen mir persönlich in vielen Bereichen nicht leicht gefallen ist.

    Um auf den Ausgangsbegriff zurückzukommen: der Cutover zum Herbst ist geschafft 😉 . Heute habe ich zum ersten Mal an den Scheiben am Fahrzeug Reif vorgefunden. Und die Herbstzeitlose ist schon fast wieder über ihren Zenit hinaus …

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  • Ein Kurzohrrüsselspringer

    … soll uns heute am Freitag den 13. begleiten.

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    Ich habe mich ihm einige Zeit gewidmet, und so gelang mir nach etwas Gefummel mit der Ausrüstung dieses Bild, das zeigt, dass diese Tierchen auch einmal zwei Sekunden ruhig halten können …

    Egal wo fotografiert wird habe ich oft das Gefühl, dass viele Menschen nur dann froh sind, wenn sie Hunderte von Bildern von einem solchen Zoobesuch mitbringen können. Auch bei Urlauben, Treffen und sonstigen Gelegenheiten wird einfach nur ‚auf Masse‘ gemacht. Viele technisch durchaus gute Aufnahmen, die aber der Besonderheit eines lebenden Wesens oder eines Momentes kaum mehr gerecht werden können. Selbst von einem ganz außergewöhnlichen Motiv – Pinguinen auf einem bläulichen Eisberg – gab es vor Jahren einige Dutzend Bilder, weil es sich um die Fahrt eines russischen Eisbrechers in die Antarktis handelte, und natürlich etliche Naturfotografen diese Expedition gebucht hatten. Selbst das Bild eines Eisvogels, perfekt scharf und wunderbar natürlich im Ausdruck, lockt niemand mehr hinter dem Ofen hervor. Wunder werden entwertet durch deren massenhafte Abbildung! Dafür können die Motive nicht mehr fremd genug sein … und selbst das Abseitige/Abartige ist schon fast wieder langweilig.

    Für mich persönlich ergibt sich daraus: langsam und bedächtig arbeiten, den Moment genießen, das Wunder (wieder) erkennen … und auch gerne ein Bild machen. Aber mit Überlegung und nicht im Akkord!

     

  • Man spürt, wie sich die (Jahres-)Zeiten ändern

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    … und überall sieht man es auch! In Limburg haben wir heute erlebt, wie eine Spatzenmama ihrem Sprößling die Tische am Café Kosmol (und den Boden darunter) gezeigt hat, damit das Kleine, weiß, wo es die leckersten Krümel gibt. Picken konnte es schon selbst, ließ sich aber immer wieder gerne füttern …

    Heute Abend konnten wir die Schwalben beim Herumfliegen beobachten. In größeren Schwärmen huschen sie um die Häuser und versuchen, sich vor dem Abflug noch richtig vollzufuttern. In gut vier Wochen werden wir sie vermissen …

     

  • Ein bittersüßer Nachtschatten

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    … hat sich hier einen besonderen Platz zum Wachsen ausgesucht. Es gibt Dinge, die einem verwunderlich erscheinen, und ich freue mich immer, wenn mein Blick auf so etwas Außergewöhnliches fällt.

    Die Welt ist voller Besonderheiten – oft vielleicht nur klein, und sogar ganz in unserer Nähe. Eigentlich müssten wir ständig darüber stolpern …

    Also: Augen auf!!!

     

  • Das Stauden-Feuerkraut

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    …ist eine ganz besondere Blume. Denn sie blüht fast vom Beginn des Sommers an, und ihre letzten Blüten sind noch zu sehen, wenn es schon ganz nach Herbst riecht. So begleitet sie den größten Teil des Sommers, und in ihrem sichtbaren Erscheinen liegt auch schon die Ahnung des Herbstes.
    Trotzdem sollte man sie genießen und nicht immer nur an das denken, was als nächstes kommt.
    Den Moment zu erleben und nur den Moment, das ist etwas, was wir oft nicht wirklich können. Immer sind wir in Gedanken bei dem, was wir danach tun wollen. Es gibt noch viel zu lernen…

  • Eine Seerose

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    … möchte ich heute jemand zum Geschenk machen. Oh ja, ich weiß, wie diese Blume ausgesehen hat, als ich sie aufgenommen habe! Ihre Erscheinung habe ich idealisiert, sie ‚aufgebrezelt‘. So will ich sie sehen!

    Wie oft machen wir das mit Dingen oder Menschen in unserer Umgebung, die wir auf einen Sockel heben und ihnen damit mehr Ehre zukommen lassen, als ihnen gebührt? Vielleicht liegt das auch in der Natur des Menschen, und oft genug ist es auch nicht wirklich schlimm.

    Es wird nur dann schlimm, wenn wir diesen vermeintlichen ‚Lichtgestalten‘ zu viel Einfluss einräumen, und wenn wir die Entscheidung über die Gestaltung unseres Lebens unnötigerweise in ihre Hände legen. Dies führt dazu, dass wir unsere Eigenverantwortung aufgeben, und zurück in die Kinderrolle schlüpfen, als unsere Eltern die Entscheidungen getroffen haben und alles gut zu sein schien …

    Romantische Brille: schön und gut …

    Wir sollten uns aber genau überlegen, wann und bei wem wir sie aufsetzen … und wie lange!

     

  • Allein …

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    … mag man sich manchmal fühlen, und verlassen – unverstanden.
    Aber im Alleinsein steckt auch Kraft – die eigene Kraft nämlich, aber auch die des Nachdenkens … der (Selbst-)Besinnung.

    Und trotz aller Fährnisse, die die Wolken mit sich bringen mögen, kann der Vogel doch entscheiden, wohin er fliegen will.
    „Vogelfrei“ im Wortsinne – Gefahr, aber auch Chance.

  • Ein Schwarzstorch

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    … und das mitten im Taunus unweit von Bad Camberg ist schon eine Besonderheit! Wir bekommen mit Glück diese Vögel sonst vielleicht in der Zugperiode bei einer Rast zu Gesicht.
    Diesen hier habe ich gestern recht früh in einem kleinen Wiesental Richtung Esch neben der Bundesstraße 8 gesehen, und natürlich habe ich etwas abseits geparkt und mich vorsichtig genähert.
    Bei voller Brennweite hat es mit ISO 400 gerade mal zu diesem Crop gereicht, den ich aus einem RAW File der Finepix herausdestilliert habe. Ich mochte den Vogel aber nicht stören und habe es dabei bewenden lassen.

    Für mich trotzdem etwas ganz Besonderes!!!

  • Von einem seltenen Treffen

    … möchte ich heute berichten. Denn bei einem Besuch des Weilburger Tierparks war für mich trotz aller Bären, Wölfe, Luchse, Hirsche usw. dieser kleine Geselle das absolute Highlight …

    Es ist sehr lange her, dass ich einen Feuersalamander habe sehen dürfen. In meinem Heimatort gab es welche an dem Rest der Fundamente einer einstmals dort gewesenen Kirche. Als Kind haben wir sie dort an der sogenannten ‚Klosterhecke‘ gefunden.
    Mittlerweile hat ein Bauer durch massive Erdarbeiten alles so geglättet, dass er noch ein paar (wenige) Quadratmeter mehr für Pferde und einen Holzlagerplatz gewonnen hat. Der Geist des Ortes und die dort lebenden Amphibien haben ihn nicht gestört…
    Es gibt leider viele Stellen, an denen Landwirte dokumentieren, dass ihnen an der Bewahrung des kulturellen Erbes und der biologischen Vielfalt nicht gelegen ist. So wird ein Erosionsgraben in der Nähe des Waldrandes mehr oder weniger heimlich mit Holzabfällen und teilweise sogar Unrat zugeschüttet. Darauf werde ich bald zu sprechen kommen … und auf Einiges mehr!

  • Zum Muttertag

    … hätten wir unserer Mutter nicht mit irgendeinem Geschenk kommen dürfen. Das hätte massive Schimpfe gegeben. Und sie hatte in meinen Augen recht! Dabei geht es nicht um das Schenken, sondern um die Tatsache, dass ein einziger Tag so ganz besonders herausgestrichen wird, als ob man an einem Tag die Dankbarkeit gegenüber seiner Mutter für das jeweilige Jahr ‚ableisten‘ könnte. Abgesehen davon freut sich natürlich der Kommerz darüber, und nicht zuletzt darum scheint es hierzulande immer nur zu gehen … egal ob Valentinstag, Muttertag, Vatertag, Tag des Kindes, Tag des Hundes etc. …

    Heute durfte ich erleben, wie schnell im Vorübergehen an der Tankstelle eilfertig ein Strauß Blumen erworben wurde – nicht allzu hübsch, aber es geht schnell und man hat seiner Pflicht Genüge getan. Und an den Büffets der Ausflugslokale drängen sich Damen herdenweise, um beim Muttertagsbuffet auf engstem Raum wenigstens eine Kleinigkeit zu erhaschen.
    Mutterglück als Massenabfertigung … auweia …

    Als Kontrast dazu ein Bild einer Herde, die auch Muttertiere enthält 😉 .
    Im Gegensatz zum obigen Text wirkt es eher beruhigend …