Hin und wieder bin ich im Netz auch mal auf Seiten unterwegs, die ich sonst schon deshalb nicht anschaue, weil (nicht nur) Papier geduldig ist und jeder eigentlich alles Mögliche (mehr oder weniger Sinnvolle) dort schreiben kann. Zuweilen bricht aber wohl eine gewisse masochistische Ader in mir durch, und ich tue mir ein solches Elaborat an. Und so kommt es wie es kommen muss …
…da bezeichnet sich jemand als ‚Multitalent und Lebenskünstler‘. Aha! Das soll wohl ausdrücken, dass sich dieser Mensch gegenüber anderen Menschen (andernfalls müsste man es ja nicht extra hervorheben) als besonders talentiert empfindet und glaubt, außerordentlich einfallsreich das Leben zu meistern. Und offenbar glaubt dieser Mensch, dies herausstreichen zu müssen, damit es auch ja jeder erkennt. Offenbar ist das dem Uneingeweihten nicht ersichtlich … oder kann von diesem ohne den ausdrücklichen Hinweis nicht ausreichend gewürdigt werden.
„Talent“ und „Lebenskunst“ sind hier aber nicht wirklich definiert – und demnach „Allzweckbegriffe“ ohne tiefere Bedeutung …
Jeder von uns ist im Leben mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Es benötigt eine ganze Reihe von Fertigkeiten, diese Aufgaben zu meistern. Den Meisten gelingt dies recht gut – sie ‚kommen zurecht‘. Eine Menge Menschen haben also viele (=multi) Fähigkeiten (=Talente) und sie können diese im Leben fantasiereich (=kunstvoll) einsetzen, um im Alltag zu bestehen. Insofern sind die meisten Menschen solche ‚Tausendsassas‘, auch wenn sie dies nicht an die große Glocke hängen.
Ein Hoch auf die Menschen, die froh und einfallsreich ihr Leben meistern, und die nicht ständig zur Selbstbeweihräucherung greifen müssen, um auf sich aufmerksam zu machen: Menschen, die nicht mit leeren Worthülsen herumposaunen „seht mich an“!
Heute gibt es kein Bild, denn im Beitrag zuvor ist bereits das Bild eines außerordentlich lebenstüchtigen und vielseitig begabten Wesens, das es offenbar nicht nötig hat, dies lauthals kundzutun …