Stille Zeit

Wenn man es schafft, die allgegenwärtige vorweihnachtliche Hektik ‚wegzusperren‘ und sich auf die Tristesse in der Natur einzulassen, so wird man etwas gewinnen, was einem sonst nur allzu leicht entgeht:

Zeit zum Nachdenken, um zu sich finden und Entscheidungen zu treffen: Was ist wichtig? Wovon will ich mich trennen? Wo geht die meiste Zeit sinnlos verloren?

Gar zu oft haben Menschen – und da will ich mich selbst nicht ausnehmen – Angst davor, allein zu sein oder unverplante Zeit vor sich liegen zu haben. Zeit … oder nennen wir es Muße … kann aber etwas außerordentlich Wertvolles sein, so man sie zu nutzen weiß. Denn den Gedanken ihren Lauf und die Zeit ‚wegtröpfeln‘ zu lassen ist etwas, das man erst auszuhalten lernen muss. Auch dazu braucht es Zeit, die sich heutzutage viele Menschen nicht mehr nehmen. Wer aber nicht über sich und seinen Kurs im Leben ab und zu reflektiert, gerät in Gefahr, ziellos von einer Zerstreuung zur nächsten zu treiben…

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Ein Geheimnis sei an dieser Stelle schon verraten: es ist nicht die Zeit der Untätigkeit, die als ’sinnlos verloren‘ zu bewerten sei … sinnlos ist die Zeit, die man totschlägt …